Wer hat nicht schon einmal bei einem Spaziergang in freier Natur einen einzigartig geformten, verwitterten Ast oder Baumstumpf, einen Stein oder gar Knochen oder Teile davon gefunden, das Fundstück einem inneren Impuls folgend mit nach Hause genommen, um es dann doch nach einiger Zeit weg zu werfen, weil das Stück, das auf den ersten Blick so faszinierte, doch nur Platz wegnimmt und Staub fängt?

Die Grafikerin Isolde Monson-Baumgart (1935 – 2011) hat sich damit nicht begnügt. Sie hat Acrylfarbe und ihre feinsten Pinsel genommen und ihre Fundstücke – Baumstümpfe, Äste, die Reste von Holzzäunen, den Kieferknochen eines Wildschweins und anderes – bemalt. Dabei nicht einfach großflächig Farbe auf die Stücke aufgetragen, sondern mit den Farben einmal die vorhandene Struktur des Holzes heraus gearbeitet, dann wieder ein neues, eigenes Muster über das vorhandene gelegt.

Das Ergebnis ihrer Arbeit sind Objekte, die auf den ersten Blick einfach schön sind. Und auf den zweiten, dritten und vierten Blick eine Vielschichtigkeit und Komplexität haben, an der man sich kaum satt sehen kann, an denen man auch beim wiederholten Anschauen immer wieder neue Einzelheiten entdeckt. Ganz zu schweigen von dem Umstand, dass keine Seite der anderen gleicht. Sollte man sich je an dem Anblick eines Stückes satt gesehen haben, genügt eine kleine Drehung, und man hat ein neues, ein ganz anderes Stück vor sich.

Entstanden sind die Skulpturen in der letzten Schaffensphase der Künstlerin; die ersten in den frühen 90er Jahren des letzten Jahrhunderts, die letzten kurz vor ihrem Tod 2011.

Es überrascht daher auch nicht, dass man in den Skulpturen deutliche Spuren ihres langen und erfolgreichen Weges als Grafikerin findet.

Schon während ihres Studiums an der Hochschule für Bildende Kunst in Kassel bei Hans Leistikow entwarf sie als Mitglied der Grue um Hans Hillmann Filmplakate für die „Neue Filmkunst Walter Kirchner“. Die Plakate der Gruppe begründeten eine neue Eoche der deutschen Gebrauchsgrafik, indem sie in einer vollkommen neuen Bildersprache die Essenz der künstlerisch hochwertigen Filme zum Ausdruck brachten.

Sie beendete ihr Studium in Paris bei Stanley William Hayter, einem Surrealisten und Gründer des „Atelier 17“, der die Entwicklung der künstlerischen Druckgrafik in Deutschland und Amerika maßgeblich beeinflusste.

Neben ihrer Arbeit als freie Grafikerin und Dozentin in Conneticut, Stuttgart und Kassel wurde sie einer breiteren Öffentlichkeit als Schöpferin zahlreicher Briefmarken für die Deutsche Bundespost bekannt, eine Tätigkeit, die sie bis Ende der 90er Jahre ausübte.

Ihre Arbeiten finden sich heute in vielen bedeutenden Sammlungen und Museen wie dem Deutschen Filmmuseum in Frankfurt, der Staatsgalerie in Stuttgart, der Neuen Sammlung in München, der Kunstbibliothek in Berlin, der Bibliotheque Nationale in Paris, der Nationalgalerie in Oslo, in Minnesota und Canberra.

 

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